Rede des Kreistagsabgeordneten Cornelius Dehm zum Antrag Stromsparhelfer
Sehr geehrter Herr Kreistagsvorsitzender,
Sehr geehrte Damen und Herren,
In den meisten Privathaushalten bestehen hohe Potenziale um Energie und Wasser zu sparen. Jedoch verfügen Menschen mit niedrigem Einkommen meistens nicht über die finanziellen Mittel um in effiziente Technik zu investieren. Hinzu kommt, dass das Wissen darüber, wie Energie und Wasser gespart werden kann, oft nicht vorhanden ist.
Daher gibt es von der Deutschen Caritas das Projekt Stromsparcheck. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Ziel des Projektes ist es, einkommensschwache Haushalte über Einsparmöglichkeiten von Strom, Wasser und Heizenergie zu informieren. Dazu kommt ein geschulter Stromsparhelfer ins Haus um die individuellen Einsparmöglichkeiten im Haus zu zeigen.
Mir ist hierbei noch einmal wichtig zu betonen, dass das Projekt auf der Freiwilligkeit aller Beteiligten baut. Kein Langzeitarbeitsloser wird gezwungen sich weiterzubilden. Kein Haushalt wird gezwungen, die eigene Wohnung einmal durchchecken zu lassen.
Da die Stromsparhelfer selbst Langzeitarbeitslose sind, kennen sie die Probleme der besuchten Haushalte aus eigener Erfahrung. Das nimmt so manche Hürde. Für die Helfer sind die Stromspar-Schulungen zwar keine regelrechte Ausbildung, doch Erfahrungen in anderen Kommunen zeigen, dass jeder Fünfte durch diese Weiterbildung zurück ins Berufsleben kommt.
Nicht nur sozialpolitisch, sondern auch umweltpolitisch sind die Schulungen und Beratungen sinnvoll: Kleinere Strom- und Wassersparartikel wie schaltbare Steckdosenleiste, Energiesparlampen oder Zeitschaltuhren können über ihre Lebensdauer ca. 2.200kg CO2 Emissionen einsparen.
Ich möchte aber noch einmal auf die finanzielle Seite eingehen. Schließlich haben wir heute auch den – desaströsen – Haushaltsentwurf 2012/2013.
Erfahrungen zeigen, dass die Energiekosten pro Haushalt nach dem Besuch des Stromsparhelfers um ca. 100-150 Euro gesenkt werden. Dies teilt sich zwischen den Haushalten und dem Kreis auf. Die Haushalte sparen jährlich ca. 90 Euro an Stromkosten. Der Landkreis spart nach den Erfahrungen gut 60 € jährlich an Unterkunftskosten. Dabei werden pro Bedarfsgemeinschaft energieeffiziente Geräte im Wert von max. 50 Euro vergeben. Summa sumarum dürfte bei diesem Projekt mittelfristig – in der Wirtschaft sind das 3 bis 5 Jahre – eine Kostenüberdeckung vorliegen. Also bleibt nach Abzug der Projektkosten noch ein kleiner Gewinn!
Insgesamt führt die kostenlose Stromsparberatung zu einer bis zu 4 fachen win-win Situation: Die Bedarfsgemeinschaften senken Stromverbrauch, Wasserverbrauch und Heizenergie und sparen damit Geld. Der Landkreis spart Geld bei den Kosten der Unterkunft, da Energiekosten gesenkt werden. Langzeitarbeitslose werden fortgebildet und haben eine Chance sich wieder in den 1. Arbeitsmarkt zu integrieren. Und zuletzt profitiert auch das Klima, da der Co2-Ausstoss durch den geringeren Energieverbrauch verringert wird.
In anderen Kreisen wie Frankfurt, Leipzig oder dem Landkreis Fulda zeigt das Projekt schon große Erfolge. Der Landkreis Hersfeld Rothenburg startet gerade. Wir Grüne halten es für eine gute Möglichkeit für den Landkreis Limburg-Weilburg und bitte Sie, diesem Antrag zuzustimmen.
Vielen Dank.
http://192891.webtest.goneo.de/2011/10/grune-wollen-stromsparhelfer/



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